Maskenpflicht am Arbeitsplatz: Diese Regeln gelten

Lange war die Frage, ob auch in Arbeitsstätten die Maskenpflicht gelten soll, ungeklärt. Seit der Verschärfung der Corona-Regeln durch den Bund-Länder-Beschluss vom 25. November ist das Tragen von Atemmasken allerdings grundsätzlich Pflicht. Eine weitere Konkretisierung der Maskenpflicht erfolgte durch die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung.

Für die Frage, ob eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz besteht, sind insbesondere die Regelungen des jeweiligen Bundeslandes entscheidend. Dennoch wurden durch Bund-Länder-Beschlüsse bundesweite Mindestregelungen eingeführt.

Entwicklung der Maskenpflicht während der Pandemie

Die Frage, ob eine generelle Maskenpflicht am Arbeitsplatz besteht, war lange Zeit ungeklärt und führte zu Unsicherheiten bei den Betroffenen. Bis zum Bund-Länder-Beschluss vom 25.11.2020 bestand keine allgemeine Verpflichtung, eine Maske in allen Arbeits- und Betriebsstätten zu tragen. Arbeitgeber konnten jedoch aufgrund ihres allgemeinen Weisungsrechts eine Maskenpflicht in ihrem Betrieb einführen.

Maskenpflicht mit Ausnahmen

Mit dem Bund-Länder-Beschluss vom 25.11.2020 wurde eine grundsätzliche Verpflichtung zum Tragen einer Mund- und Nasenbedeckung in Arbeits- und Betriebsstätten eingeführt. Diese Verpflichtung ist jedoch mit Ausnahmen verbunden: So muss eine Maske nicht am eigenen Arbeitsplatz getragen werden, wenn ein Mindestabstand sicher eingehalten werden kann. Ist dies beispielsweise durch ein Einzelbüro gegeben, kann der betroffene Mitarbeiter die Maske an seinem Arbeitsplatz ablegen. Ein weiteres Beispiel für die Entbehrlichkeit einer Maske am Arbeitsplatz sind Plexiglasvorrichtungen, die den Mitarbeitern einen gleichwertigen Schutz bieten können.

Das Tragen einer Maske ist hingegen dann unabdingbar, wenn sich die Mitarbeiter außerhalb ihres Arbeitsplatzes bewegen und insbesondere dann, wenn sie dabei in Kontakt mit anderen Mitarbeitern oder Kunden gelangen.

Maskenpflicht in der neuen SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung

Das Infektionsgeschehen ist trotz der in vielen Lebensbereichen getroffenen Maßnahmen weiterhin sehr hoch. Zur weiteren Reduzierung sieht die Regierung hier insbesondere eine Notwendigkeit, das Ansteckungsrisiko am Arbeitsplatz weiter zu verringern. Deshalb haben Bund und Länder entschieden, dass weitere Maßnahmen für den wirksamen Schutz am Arbeitsplatz getroffenen werden müssen. Daraus resultiert die am 27. Januar in Kraft gesetzte neue SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung (Corona-ArbSchV).

Die Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus soll durch weitere wirksame und koordinierte Maßnahmen sichergestellt werden. Neben technischen und organisatorischen Maßnahmen zur Kontaktreduzierung, müssen Arbeitgeber nunmehr auch strengere Vorkehrungen bei Mund- und Nasenbedeckungen beachten. Wichtig ist, dass die bestehenden Regelungen über das Tragen einer Atemschutzmaske weiterhin gelten. Die Bestimmungen durch die neue Corona-ArbSchV konkretisieren und ergänzen die bestehenden Regelungen zur Maskenpflicht lediglich.

Maskenpflicht: Arbeitgeber müssen jetzt Schutzmasken zur Verfügung stellen

Eine Schutzmaske unterliegt hinsichtlich der Schutzwirkung keiner konkreten gesetzlichen Vorgabe. Die Schutzwirkung einer Maske ist deshalb zum Beispiel vom Material, der Dichte und dem Design abhängig. Um hier einen einheitlichen Standard einzuführen und dadurch den bestmöglichen Schutz gewährleisten zu können, sind Arbeitgeber unter bestimmten Voraussetzungen dazu verpflichtet, medizinische Masken zur Verfügung zu stellen.

Diese Verpflichtung besteht insbesondere dann, wenn keine technischen oder organisatorischen Schutzmaßnahmen im Betrieb möglich sind. Dazu zählen beispielsweise die Einhaltung des Sicherheitsabstandes, eine geringe Raumbelegung oder Schutzvorrichtungen in Form von Trennwänden. Zudem besteht die Verpflichtung auch dann, wenn bei der ausgeführten Tätigkeit mit einer Gefährdung durch einen erhöhten Aerosolausstoß zu rechnen ist. Dazu zählen vor allem körperlich anstrengende Tätigkeiten. Die Arbeitnehmer sind im Gegenzug dazu verpflichtet, die von den Arbeitgebern gestellten Atemschutzmasken auch zu tragen.

Nur noch FFP2-Masken oder medizinische Masken erfüllen Maskenpflicht

Bei den zur Verfügung gestellten Masken muss es sich um Medizinprodukte gemäß der Medizinprodukterichtlinie 93/42/EWG handeln. In der Regel handelt es sich um die bereits bekannten medizinischen Masken oder FFP2-Masken.

Maskenpflicht - Unterweisung der Mitarbeiter

Arbeitgeber sind verpflichtet, ihre Beschäftigten im An- und Ablegen der Atemschutzmasken geeignet zu unterweisen, um eine Kontamination der Hände oder der Maske zu vermeiden.

Ausreichend Schutzmasken zur Verfügung stellen

Zudem müssen Arbeitgeber ausreichend Mund-Nasen-Bedeckungen zur Verfügung stellen, da die Atemschutzmasken regelmäßig gewechselt werden müssen. Zusätzlich müssen die Masken bei Bedarf gewechselt werden, beispielsweise bei Kontamination oder Durchfeuchtung der Maske.

Mehr zum Thema Maskenpflicht

Welche Atemschutzmasken erfüllen die Sicherheitsanforderungen?

FFP2-Masken richtig benutzen

Wie lange sollte eine Schutzmaske maximal getragen werden?

Schlagworte zum Thema:  Coronavirus, Persönliche Schutzausrüstung