Computer, Notebook, Tablet-PC:  Abschreibungsmöglichkeiten

Welche Abschreibungsarten bei PCs genutzt werden können, lesen Sie hier. 

PC: Seit 1.1.2021 Nutzungsdauer 1 Jahr

Die Nutzungsdauer von Computern, Tablett-PCs, Notebooks und Netbooks einschließlich aller Zubehörteile sowie der Peripheriegeräte, z.B. Drucker und Scanner, beträgt nach der Änderung durch das Bundesfinanzministerium (BMF, Schreiben v. 26.2.2021, IV C 3 - S 2190/21/10002 :013)  einheitlich 1 Jahr.

Die Regelungen des BMF-Schreibens sind auf Computerhardware (z.B. Notebook, Tablet, Desktopcomputer) sowie für immaterielle Wirtschaftsgüter der „Betriebs- und Anwendersoftware“ anzuwenden. Sie gelten für Gewinnermittlungen bei denen das Wirtschaftsjahr nach dem 31.12.2020 endet.

Praxis-Hinweis: Abschließende Aufzählung

Die Wirtschaftsgüter der Computerhard- und Software, welche dieser Neuregelung ab 1.1.2021 unterliegen, sind in dem vorgenannten BMF-Schreiben abschließend aufgezählt.

Praxis-Hinweise: Besonderheiten in der Anwendung ab 2021

Mit der Einführung des BMF-Schreibens sind jedoch auch Besonderheiten und offene Fragen verbunden, deren Klärung es abzuwarten gilt:

  • Ein Plus für den Steuerpflichtigen ist: Grundsätzlich gilt die Neuregelung erst für nach dem 31.12.2020 endende Wirtschaftsjahre. Allerdings kann sie auch auf bereits in früheren Wirtschaftsjahren angeschaffte Wirtschaftsgüter angewandt werden, bei denen eine andere als die einjährige Nutzungsdauer zugrunde gelegt wurde.

Beispiel: Einzelunternehmerin Lott erwirbt am 30.1.2020 ein Notebook im Wert von 1.500 EUR netto. Im Jahr 2020 kann sie steuerlich eine Nutzungsdauer von 3 Jahren ansetzen und schreibt das Notebook in 2020 mit 500 EUR (1/3) ab. Zum 31.12.2020 beträgt der Restbuchwert 1.000 EUR. Aufgrund des neuen BMF-Schreibens kann Lott nunmehr in ihrer Gewinnermittlung für 2021 die Abschreibung auf das Notebook in voller Höhe des Restpreises geltend machen.

  • Was das BMF-Schreiben aktuell nicht regelt ist die Frage, ob die neue Nutzungsdauer über die Maßgeblichkeit auch für das Handelsrecht anzuwenden ist. In der Literatur wird dies vielfach abgelehnt, so dass sich hierdurch für bilanzierende Unternehmen künftig eine weitere Abweichung zwischen Handels- und Steuerbilanz ergeben kann.
  • Liegt eine Nutzungsdauer von einem Jahr oder weniger vor, erfolgt gem. § 7 Abs. 1 S. 1 EStG regelmäßig keine Abschreibung. Hier soll vielmehr ein Sofortabzug möglich sein und dies auch bei Anschaffungen in der zweiten Jahreshälfte. Im vorliegenden BMF-Schreiben wird auf diese Grundregel jedoch nicht konkret eingegangen, so dass es auch hier eine klare Erläuterung der Finanzverwaltung abzuwarten gilt.

Die nachfolgend in der Übersicht zusammengestellten Regelungen zur Abschreibung von Computerhard- und Software gelten für das Handelsrecht und für das Steuerrecht bis zum 31.12.2020.

Überblick über die Abschreibungsmöglichkeiten von Computer, Notebook und Tablet-PC bis zum 31.12.2020

Gemäß der amtlichen Abschreibungstabelle für die allgemein verwendbaren Wirtschaftsgüter beträgt die Nutzungsdauer für Computer, Notebook und Co. bis zum 31.12.2020 einheitlich 3 Jahre. Der Normalfall ist also die lineare Abschreibung bis zum 31.12.2020 über 3 Jahre.

Diese Abschreibungsmöglichkeiten gab es bei Computer, Notebook und Tablet-PCs:

Abschreibung Nutzungsdauer (ND)/-Abschreibungssatz Bemerkungen
Lineare AbschreibungND 3 Jahre
lineare AfA = 33,3 %
Zeitanteilig bei Anschaffung innerhalb eines Jahres
LeistungsabschreibungDe facto nicht anwendbarAufgrund der ND von nur 3 Jahren nicht sinnvoll
Sonderabschreibung20 % zusätzlich zur linearen AbschreibungWirkt sich nur in den beiden ersten Jahren aus
Geringwertiges
Wirtschaftsgut
Wahl zwischen 2 Varianten:
1. Grenzwert 800 EUR oder
2. Grenzwert 250 EUR + Sammelposten
Ist nur anwendbar, wenn der Computer selbstständig nutzbar ist
Poolabschreibung beim SammelpostenGleichmäßige Verteilung über 5 JahreEinstellung in den Sammelposten sollte möglichst vermieden werden

Praxis-Tipp: Sonderabschreibung möglich

Unternehmer können die Sonderabschreibung (§ 7g Abs. 5 und 6 EStG) i. H. v. 20 % mit der linearen Abschreibung kombinieren, sofern sie die Voraussetzungen des § 7g Abs. 6 EStG erfüllen. D. h., sie können während des Begünstigungszeitraums bis zu 20 % zusätzlich zur linearen Abschreibung geltend machen. Der Begünstigungszeitraum beträgt 5 Jahre. Da aber die Nutzungsdauer eines Computers 3 Jahre beträgt, können Unternehmer die zusätzlichen 20 % de facto nur in den ersten beiden Jahren nutzen.


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Schlagworte zum Thema:  Abschreibung