Investitionsabzugsbetrag / 4.2.1 Rückgängigmachung bei Ausbleiben von Investitionen

Wird eine begünstigte Anschaffung nicht bis zum Ende der 3-Jahresfrist durchgeführt, verlangt das Gesetz[1] eine Korrektur der früheren Steuerfestsetzung für das Jahr, in dem der Abzugsbetrag den Gewinn gemindert hatte. Etwaige Steuernachzahlungen sind zu verzinsen.

 
Hinweis

Vorübergehende Verlängerung des Investitionszeitraums

Im Rahmen des 2. Corona-Steuerhilfegesetz[2] wurde die 3-Jahresfrist auf 4 Jahre verlängert. Diese verlängerte Frist gilt allerdings nur für die Fälle, in denen die Beanspruchung des IAB in nach dem 31. Dezember 2016 und vor dem 1. Januar 2018 endenden Wirtschaftsjahren erfolgte. Dies betrifft also die Fälle, die im letzten Jahr der eigentlichen 3-Jahresfrist aufgrund der Corona-Pandemie in 2020 keine Investitionen tätigen können. Für später gebildete IAB gilt diese verlängerte Frist nicht[3]

Soweit also ein in Anspruch genommener IAB nicht nach §7g Abs. 2 Satz1 EStG hinzugerechnet wurden, ist der Abzug im Abzugsjahr rückgängig zu machen.

Übersteigen im Zusammenhang mit einer Aufstockung die insgesamt beanspruchten Investitionsabzugsbeträge die Investition und liegen auch keine nachträglichen Anschaffungs- und Herstellungskosten vor, ist der verbleibende Investitionsabzugsbetrag nach § 7g Abs. 3 EStG rückgängig zu machen. Dabei sind die zuletzt beanspruchten Teilabzugsbeträge vorrangig rückgängig abzuwickeln.[4]

[2] Zweites Gesetz zur Umsetzung steuerlicher Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise (Zweites Corona-Steuerhilfegesetz) v. 29.6.2020, BGBl I 2020 S. 1512.
[3] § 52 Abs. 16 EStG i. d. F. 2. Corona-Steuerhilfegesetz.

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