Kapitalanlagen-ABC / Zertifikate

Inhaberschuldverschreibungen, deren Entwicklung von einem bestimmten Basiswert abhängig ist. Am Kapitalmarkt sind unterschiedlichste Zertifikate erhältlich.

All diese Zertifikate sind unterschiedlich ausgestaltet. Einkünfte aus Kapitalvermögen wurden nach der bis 2008 geltenden Rechtslage hieraus nur erzielt, wenn die Rückzahlung des Kapitalvermögens (teilweise) garantiert war (s. "Garantie-Zertifikate"). Ansonsten wurden lediglich im Rahmen des § 23 EStG steuerpflichtige Einkünfte erzielt.

Nach Einführung der Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge gehören auch Zertifikate zu den sonstigen Kapitalforderungen i. S. d. § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG. Die Veräußerung bzw. die Einlösung bei Endfälligkeit ist nach § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 7 EStG steuerpflichtig. Hinsichtlich der Anwendungsregelungen gelten Besonderheiten.[1]

Werden die Zertifikate in Aktien eingelöst, handelt es sich um einen Tauschvorgang (Veräußerung des Zertifikats und Erwerb der Aktien). § 20 Abs. 4a Satz 3 EStG[2] ist auf Vollrisikozertifikate mit Andienungsrecht ab dem VZ 2010 anzuwenden[3], wenn die Andienung nach dem 31.12.2009 erfolgt und diese Zertifikate nach dem 14.3.2007 angeschafft wurden.[4]

Erhält der Anleger eine Barzuzahlung im Rahmen der Wertpapierlieferung, gehört diese zu den Einkünften aus § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG.

Der wertlose Verfall von Zertifikaten mit Knock-out-Option ist nach Auffassung des BFH[5] steuerlich zu berücksichtigen.[6]

Hinsichtlich der Anwendungsregelungen gelten Besonderheiten (Vollrisikozertifikate):[7]

 
Laufende Erträge Veräußerung/Einlösung
Erwerb vor dem 15.3.2007 Erwerb nach dem 14.3.2007
entfällt steuerfrei (Bestandsschutz)

Veräußerungsgewinn/-verlust[8]

bei Wertpapierlieferung: Veräußerungsfiktion zu Anschaffungskosten[9]

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