Kompaktübersicht: Finanzrec... / Erbschaftsteuer/Bewertung
 
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Diverses ErbStG / BewG

Nach einem Vorlage-Beschluss des BFH an das BVerfG (wegen der Ungleichbehandlung von Betriebs- und Privatvermögen im ErbStG 2009) ergingen ErbSt-Bescheide vorläufig. Das Verfahren wurde durch BVerfG, Urteil v. 17.12.2014, 1 BvL 21/12, beendet: Die Privilegierung des Betriebsvermögens ist teilweise verfassungswidrig, es musste eine Neuregelung bis Juni 2016 erfolgen. AdV wurde gewährt (s. BFH, Beschluss v. 21.11.2013, II B 46/13). Da die Neuregelung im Juni 2016 noch nicht erfolgt war, wurde das Normenkontrollverfahren vom BVerfG erneut auf die Tagesordnung gesetzt. Daraufhin hat der Bundesrat am 14.10.2016, der Neuregelung zugestimmt (Inkrafttreten rückwirkend ab 1.7.2016). Wegen dieser Rückwirkung ist ein Verfahren anhängig: BFH II R 1/19.[1]

Die Bewertung des (bebauten) Grundvermögens ab 2002 in den "alten" Bundesländern ist verfassungswidrig, BVerfG, Urteile v. 10.4.2018, 1 BvL 11/14, 1 BvL 12/14 und 1 BvL 1/15; eine gesetzliche Neuregelung hat noch vor 2020 zu erfolgen, die alten Vorschriften können längstens bis 2024 angewendet werden. Der Bundesrat hat am 21.12.2016 einen Gesetzesentwurf eingebracht, mit dem der "Kostenwert" statt des Verkehrswertes eingeführt werden soll. Einsprüche und Anträge wegen Zweifeln an der Verfassungsmäßigkeit der Bewertung des Grundvermögens werden durch die Allgemeinverfügungen der Länder v. 18.1.2019 und v. 3.6.2019 zurückgewiesen. Die Bewertung der Grundstücke im Beitrittsgebiet ist verfassungsmäßig, BFH, Urteil v. 27.5.2020, II R 38/18.

Zur Bewertung eines mit einem Erbbaurecht belasteten Grundstücks für die Zwecke der Schenkungsteuer 2008: s. BFH, Urteil v. 6.7.2016, II R 28/13. Bei der Schenkung kann die Verpflichtung zur Zahlung des Erbbauzinses nicht von der Bemessungsgrundlage abgezogen werden, FG Münster, Urteil v. 21.6.2018, 3 K 621/16 Erb. Der Bodenwert kann mit Hilfe eines Gutachtens nach der finanzmathematischen Methode festgestellt werden, BFH, Urteil v. 14.10.2020, II R 7/18.

BFH, Urteil v. 30.1.2019, II R 9/16, nimmt Stellung zum Wert von kurz nach dem Erbfall veräußerten landwirtschaftlichen Grundstücken.

Zur Bewertung einer Kiesgrube s. BFH, Urteil v. 22.7.2020, II R 28/18.

Der BFH nimmt in seinem Urteil v. 22.8.2020, II R 6/19, Stellung zur Bewertung "indifferenter" Räume.

Bei der Wertermittlung eines Nießbrauchs sind Zinsverpflichtungen u. U. mindernd zu berücksichtigen, BFH, Urteil v. 28.5.2019, II R 4/16. Ein Nießbrauch zu Gunsten des Schenkers ist auch neben einem ohnehin schon bestellten Nießbrauchs zu Gunsten eines Dritten zu berücksichtigen, BFH, Urteil v. 6.5.2020, II R 11/19. Bei einem Vorbehaltsnießbrauch mindern die vom Nießbraucher zu tragenden Zins- und Tilgungsleistungen den Wert des Nießbrauchrechts, FG Münster, Urteil v. 27.8.2020, 3 K 722/16 Erb (Rev. ist zugelassen).

Die vereinbarte Miete ist nicht mehr "üblich", wenn sie den Maximal-/ Minimalwert des Mietspiegels um mehr als 20 % über-/ unterschreitet, BFH, Urteil v. 5.12.2019, II R 41/16.

Anteile an offenen Immobilienfonds können statt mit dem Rücknahmepreis ggf. auch mit dem niedrigeren Kurswert bewertet werden, Hessisches FG, Urteil v. 17.2.2016, 1 K 1161/15 (Rev.: BFH II R 11/16).

Zur Wertminderung bei behebbaren Baumängeln s. FG Köln, Urteil v. 13.2.2019, 4 K 108/17 (NZB eingelegt: BFH II B 38/19).

Zum Abschlag wegen der Abbruchverpflichtung für Gebäude auf fremdem Grund und Boden s. BFH, Urteile v. 16.1.2019, II R 19/16 und v. 30.1.2019, II R 26/17, und OFD Frankfurt, Vfg. v. 3.7.2019, S 3215 A.

Zum Nachweis eines niedrigeren gemeinen Werts eines Grundstücks durch ein Sachverständigengutachten s. BFH, Urteil v. 5.12.2019, II R 9/18; die Verwaltung wendet dieses Urteil nicht allgemein an, gleichlautende Ländererlasse v. 2.12.2020.

Auch ein Vorvermächtnis ist trotz der Auflagen in voller Höhe zu besteuern, FG Düsseldorf, Urteil v. 22.11.2016, 4 K 2929/14 Erb.

Auch der nicht geltend gemachte Pflichtteilsanspruch des Erblassers gehört zum Nachlass, BFH, Urteil v. 7.12.2016, II R 21/14.

Sachverständigenkosten, Steuerberatungskosten und Einkommensteuernachzahlungen sind Nachlassverbindlichkeiten: BFH, Urteile v. 4.7.2012, II R 15/11 und II R 50/11, v. 19.6.2013, II R 20/12, v. 14.10.2020, II R 30/19 (Änderung der Rechtsprechung); die gegenteilige Verwaltungsauffassung wurde aufgegeben: FinMin Baden-Württemberg, Verfügung v. 19.12.2012, 3 – S 381 D/36; gleichlautende Ländererlasse v. 11.12.15.

Auch die Erbschaftsteuer selbst stellt eine Nachlassverbindlichkeit dar, die im Nachlassinsolvenzverfahren geltend gemacht werden kann, BFH, Urteile v. 20.1.2016, II R 34/14, v. 4.6.2019, VII R 16/18.

"Latente", da ausgesetzte, Steuerschulden des Erblassers können berücksichtigt werden, BFH, Urteil v. 14.11.2018, II R 34/15.

Aufgrund nachträglich festgestellter ESt-Schuld des Erblassers kann ein bestandskräftiger ErbSt-Bescheid geändert werden, um diese Schuld zu berücksichtigen, BFH, Urteil v. 11.7.2019, II R 36/16.

Gegenüber dem Erblasser festgesetzte ESt-Vorauszah...

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