Privatnutzung eines betrieb... / 5.1 Umsatzsteuerliche Behandlung der Fahrtenbuchmethode

Eine private Nutzung von betrieblichen Gegenständen ist gemäß § 1 Abs. 1 Nr. 1 i. V. m. § 3 Abs. 9a Nr. 1 UStG steuerbar, wenn

  • die Verwendung eines dem Unternehmen zugeordneten Gegenstands,
  • der zum Vorsteuerabzug berechtigt hat,
  • hier: durch einen Unternehmer,
  • im Inland
  • für Zwecke außerhalb des Unternehmens erfolgt.

Auch für Zwecke der Umsatzsteuer gelten Gegenstände als nicht dem Unternehmen zugeordnet, die zu weniger als 10 % unternehmerisch genutzt werden, es gelten insoweit die einkommensteuerlichen Grundsätze.[1] Erfolgte die Anschaffung eines dem Unternehmen zugeordneten Fahrzeugs ohne Vorsteuerabzug, z. B. bei Erwerb von privat, werden nur die vorsteuerbelasteten Unterhaltskosten zur Berechnung der umsatzsteuerlichen Bemessungsgrundlage herangezogen. Kosten, die nicht mit Vorsteuer belastet sind, z. B. Kfz-Steuer, Kfz-Versicherung etc., bleiben stets unberücksichtigt.

Wird die private Nutzung für ertragsteuerliche Zwecke mit Hilfe der Fahrtenbuchmethode ermittelt, ist diese Methode auch die Basis für umsatzsteuerliche Zwecke. Bei der Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer sind auch hier nur die mit Vorsteuer belasteten Kosten anzusetzen.[2] Hierzu zählen u. a. auch Leasing-Sonderzahlungen. Ebenso bleiben Garagenmieten (ohne Option des Vermieters zur Umsatzsteuer) und Abschreibungen auf Fahrzeuge ohne Vorsteuerabzug, z. B. bei Erwerb von privat, außer Ansatz.

 
Praxis-Beispiel

Ermittlung Umsatzsteuer für private Pkw-Nutzung

Der Unternehmer U nutzt ein betriebliches Fahrzeug auch für seine privaten Zwecke. Nach dem Fahrtenbuch beläuft sich der Anteil der Privatnutzung auf 40 %. Innerhalb des Kalenderjahres sind Fahrzeugkosten von insgesamt 25.000 EUR angefallen, davon betrafen 5.000 EUR Kosten, die nicht mit Vorsteuer belastet waren.

Ermittlung der privaten Pkw-Nutzung für umsatzsteuerliche Zwecke:

Der Anteil der privaten Nutzung beträgt 40 % der Gesamtkosten von 25.000 EUR, somit also 10.000 EUR. Von diesem Betrag haben 80 % der Umsatzsteuer unterlegen, also 8.000 EUR. Auf diesen Betrag ist die Umsatzsteuer mit 19 % × 8.000 EUR zu berechnen. Die Umsatzsteuer im Rahmen der Privatnutzung beläuft sich auf 1.520 EUR.

Umsatzsteuerbeträge, die im Rahmen des Erwerbs oder der Herstellung sowie der Verwendung oder Nutzung eines Gegenstands für unternehmerische Zwecke anfallen, können in vollem Umfang abgezogen werden. Der Gegenstand wird dann insgesamt dem Unternehmen zugeordnet. Entsprechend unterliegt die Verwendung des Gegenstands für unternehmensfremde Zwecke gemäß dann der § 3 Abs. 9a Nr. 1 UStG der Umsatzsteuer.[3] Umsatzsteuerlich zählen z. B. die außergewöhnlichen Kraftfahrzeugkosten oder auch Unfallkosten zu den Gesamtaufwendungen, unabhängig von privater oder betrieblicher Ursache.

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