vdp-Index: Wohnimmobilienpreise steigen kontinuierlich weiter

Wohnimmobilien haben sich im Auftaktquartal 2021 noch einmal verteuert, während die Preise für Gewerbeimmobilien erstmals seit elf Jahren leicht nachgaben, wie aus dem aktuellen vdp-Index hervorgeht. Damit verstärkt sich der Trend, der seit Ausbruch der Pandemie zu beobachten ist.

Die Preise für Wohn- und Gewerbeimmobilien in Deutschland haben im ersten Quartal 2021 verglichen mit den Zahlen aus dem ersten Quartal 2020 insgesamt noch einmal um 6,2 Prozent zugelegt. Damit toppt der Immobilienpreisindex des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) den bisherigen Höchststand aus dem Schlussquartal des Vorjahres (172,8 Punkte) noch mit nun 175,3 Punkten (Basisjahr 2010 = 100 Punkte). Ausgewertet wurden die Daten von Immobiliendeals von mehr als 700 Kreditinstituten.

Wohnimmobilien: Stärker wertgeschätzt als vor der Covid-19-Krise

Der Trend sich ausdifferenzierender Preisentwicklungen bei Wohn- und Gewerbeimmobilien, den die vdp-Researcher bereits seit Beginn der Pandemie vor etwa einem Jahr beobachten, hat sich in den ersten drei Monaten 2021 noch einmal verstärkt: Während sich Wohnimmobilien gegenüber dem ersten Quartal 2020 um weitere 8,4 Prozent verteuert haben, sind die Preise für Gewerbeimmobilien im Anfangsquartal 2021 erstmals seit elf Jahren um 1,5 Prozent gesunken.

"Pandemie-Auswirkungen sind nicht von der Hand zu weisen", erklärt vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt: "Wohnimmobilien werden noch deutlich stärker wertgeschätzt als vor der Covid-19-Krise, sodass sie sich weiter kontinuierlich verteuern." Die Preise für Gewerbeimmobilien sind zwar weiter rückläufig – die Rückgänge fallen laut Tolckmitt gemessen an den zu Beginn der Pandemie geäußerten Befürchtungen aber immer noch moderat aus.

Während die Kaufpreise für Büroimmobilien um 1,2 Prozent nachgelassen haben, vergünstigten sich Einzelhandelsobjekte im vdp-Index – bedingt durch die Auswirkungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie – erneut um 2,1 Prozent innerhalb eines Jahres. Im selben Zeitraum reduzierten sich die Mieten für Büros um 0,9 Prozent; der Teilindex der Neuvertragsmieten im Einzelhandel sank um 0,7 Prozent.

Größter Preisanstieg bei selbst genutztem Wohnraum in den Top 7

Dass die Preise für Wohnimmobilien weiter in die Höhe schießen, liegt laut Tolckmitt an der unverändert hohen Nachfrage. Diese Tendenz zeigt sich vor allem bei selbst genutztem Wohnraum, wo der Preisanstieg mit 9,4 Prozent noch über dem Durchschnitt des vdp-Gesamtindex für Wohnimmobilien lag. Mehrfamilienhäuser verteuerten sich um 7,6 Prozent.

Die Dynamik bei den Neuvertragsmieten für Wohnungen hat wiederum leicht nachgegeben im vdp-Immobilienpreisindex für das erste Quartal 2021, nämlich nur noch um 2,3 Prozent im Vergleich zu 3,9 Prozent im ersten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahresquartal. Grund für die geringere Mietdynamik im Vergleich zum Vorjahr sind den Researchern zufolge die vielerorts geltenden kommunalen Regelungen zur Dämpfung des Anstiegs bei Neuvertragsmieten.

Mit einem Plus von 5,3 Prozent für Wohnimmobilien insgesamt und von 7,3 Prozent für selbst genutztes Wohneigentum verzeichneten die Top 7-Städte Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart erneut deutliche Preisanstiege im vdp-Index. In Hamburg (plus 8,8 Prozent) und Düsseldorf (plus 9,1 Prozent) lagen die Zuwächse für selbst genutztes Eigentum im Vergleich zum Vorjahresquartal am höchsten. Das Preiswachstum bei Mehrfamilienhäusern lag in den sieben Metropolen bei durchschnittlich 4,8 Prozent.

Zum aktuellen vdp-Immobilienpreisindex


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