Immobilienklima: Investoren sind positiv gestimmt

Nach einem Stimmungsknick im April sind die Investoren im Mai bester Laune. Das Deutsche-Hypo-Immobilienklima liegt erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 wieder über der 80-Punkte-Marke. Vor allem die Ertragserwartungen wachsen.

Die Umfrage für den Deutsche Hypo Index unter rund 1.200 Immobilienexperten erreicht einen neuen Jahreshöchstwert. Nach der Ernüchterung im April (77,5 Zählerpunkte) steigt das Immobilienklima im Mai um 8,3 Prozent und liegt damit erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 wieder über der 80-Punkte-Marke (84 Zählerpunkte). Dabei klettert das Investmentklima von 82,6 Punkten im April um 7,3 Prozent auf aktuell 88,6 Zählerpunkte und das Ertragsklima von 72,6 Punkten um 9,5 Prozent auf 79,4 Zählerpunkte.

Die Skala des Immobilienklimas reicht von 0 bis zu 200 Zählerpunkten. Werte unter 100 deuten immer noch auf Unsicherheit beziehungsweise Skepsis an.

Zweistelliger Zuwachs beim Hotelklima und beim Handelsklima

Positiv entwickelt haben sich alle Segmente im aktuellen umfragebasierten Index, den Bulwiengesa monatlich im Auftrag der Deutschen Hypo erstellt.

Besonders auffällig nach den starken Rückgängen im Laufe der Coronakrise sind die zweistelligen Wachstumsraten beim Hotelklima (plus 46 Prozent auf 40 Zählerpunkte, nach 27,4 Punkten im April) und beim Handelsklima (plus 26 Prozent auf 44,3 Punkte, nach 35,2 Punkten im April). Beide Segmente liegen aber im Ranking noch mit deutlichen Abständen auf den beiden letzten Plätzen. Das Hotelklima, im Jahresrückblick 2020 noch der große Verlierer, zeigt im Mai 2021 die dynamische Entwicklung unter den Segmenten.

Das Büroklima erholt sich nur langsam

Das Logistikklima verbessert sich gegenüber April (152,5 Punkte) um 4,5 Prozent auf 159,3 Punkte und bleibt Spitzenreiter im Ranking. Zum fünften Mal in Folge wächst das Wohnklima (plus 5,6 Prozent auf 150,7 Punkte, nach 142,6 Punkten im April). "Die Nachfrage nach Wohneigentum ist ungebrochen hoch", erklärt Andreas Rehfus, Vorstandsmitglied der Deutschen Hypo. Die hohe Nachfrage treffe allerdings auf ein zu geringes Angebot, was die Preise, die sich ohnehin schon auf einem Rekordniveau befänden, noch weiter nach oben treibe.

Den geringsten Anstieg zum Vormonat (73,3 Punkte) zeigt das Büroklima mit einem Plus von 3,5 Prozent auf 75,9 Zählerpunkte. Eine deutliche Stimmungsaufhellung bei den Büros sahen die Umfrageteilnehmer im März, als sich das Segment gegenüber Februar 2021 (66,8 Punkte) deutlich erholt hatte: Um 13,9 Prozent war der Wert gestiegen und stand bei 76,1 Punkten. Im April ging es kurz runter auf 73,3 Punkte.

Immobilienfinanzierung: Deutsche Hypo wird in Nord/LB integriert

Die Deutsche Hypothekenbank, rechtlich selbstständige Immobilienfinanzierungstochter der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB), wird voraussichtlich zum 1.7.2021 vollständig in den Mutterkonzern integriert werden. Die Marke "Deutsche Hypo" wird dabei nicht aufgegeben.

Im Zuge der Verschmelzung wolle man Synergieeffekte nutzen und Kosten sparen, teilten die Institute Ende 2020 mit. Die Vorstände Andreas Rehfus und Christian Veit werden den Immobilienfinanzierer laut Medienberichten in Folge der Integration Mitte 2021 verlassen.


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