Immobilienklima: Investoren in Frühlingsstimmung

Seit Beginn der Corona-Krise vor einem Jahr, war die Stimmung unter den Investoren nicht mehr so gut wie jetzt: Das Deutsche-Hypo-Immobilienklima hellt sich im März gegenüber dem Vormonat deutlich auf, vor allem in Sachen Investment. Alle Indexwerte haben sich positiv entwickelt.

Der umfragebasierte Immobilienklima-Index der Deutschen Hypothekenbank (Deutsche Hypo) steigt im März gegenüber dem Vormonat Februar (71,1 Punkte) um beachtliche 11,3 Prozent auf 79,1 Zählerpunkte. Beim Investmentklima, das zum Jahresbeginn einen leichten Einbruch verzeichnete, ist das Plus mit einem Anstieg von zwölf Prozent auf nun 83,8 Punkte (Februar: 74,8 Punkte) noch deutlicher als beim Ertragsklima, das schon im vierten Monat in Folge ein positives Vorzeichen trägt und im März ebenfalls zweistellig zulegt: um 10,5 Prozent auf 74,5 Zählerpunkte (Februar: 67,4 Punkte).

Bemerkenswert ist laut Deutsche-Hypo-Vorstand Andreas Rehfus die außergewöhnlich positive Dynamik selbst beim Hotelklima, das im Jahresrückblick 2020 der große Verlierer war. Die Skala des Immobilienklimas reicht von 0 bis zu 200 Zählerpunkten. Werte unter 100 deuten zunehmende Unsicherheit beziehunsgweise Skepsis an.

Hotel- und Handelsklima klettern im zweistelligen Prozentbereich

Die Stimmung der befragten Marktexperten entwickelte sich im März 2021 gegenüber dem Vormonat in allen Assetklassen durchgehend positiv. Die größten Veränderungsraten verzeichnen das Handelsklima mit einem Plus von 37,5 Prozent auf nun 38,1 Punkte (Februar: 27,7 Punkte). Das Hotelklima kletterte ebenfalls zweistellig um 54,2 Prozent auf 31,9 Punkte (Februar: 20,7 Punkte).

Eine deutliche Stimmungsaufhellung sehen die Umfrageteilnehmer auch beim Büroklima, das sich nach einem Dämpfer im Februar 2021 (66,8 Punkte) im März wieder deutlich erholt hat: Um 13,9 Prozent ist der Wert gestiegen und steht jetzt bei 76,1 Punkten. Ein solcher Wert wurde zuletzt im Juni 2020 erreicht. Die Assetklassen Wohnen (plus 1,2 Prozent auf 138,9 Punkte, nach 127,3 Punkten im Februar) und Logistik (plus 2,3 Prozent auf 150,4 Punkte, nach 147,1 Punkten im Februar) legten im März nur noch moderat zu. Das Logistikklima nimmt damit auch weiterhin die Spitzenposition ein.

Bei den Preisen geht die Entwicklung bei Gewerbe- und Wohnimmobilien immer weiter auseinander, wie die aktuelle Umfrage unter 1.200 Marktexperten zeigt, die Bulwiengesa monatlich im Auftrag der Deutschen Hypo erstellt.

Wohnungsmarkt: weitgehend unberührt von Corona-Auswirkungen

"Es ist davon auszugehen, dass Wohnimmobilien auch im Jahr 2021 eine attraktive und sichere Anlageklasse bleiben", prognostiziert Rehfus. Während aber die Preise für Wohnobjekte im vergangenen Jahr noch einmal um 7,5 Prozent gestiegen sind, verteuerten sich Gewerbeobjekte nur noch um 0,6 Prozent. Der Deutsche-Hypo-Experte führt das vor allem auf die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zurück. Betroffen war insbesondere der Handel.

Im Vergleich dazu blieb der deutsche Wohnungsmarkt laut Deutsche Hypo weitgehend unberührt von den Auswirkungen der Krise. Der Investmentmarkt erreichte im vergangenen Jahr mit einem Transaktionsvolumen von rund 20 Milliarden Euro den höchsten Wert seit dem Rekordjahr 2015. Dies unterstreiche die Stabilität und Konjunkturunabhängigkeit der Assetklasse, kommentiert Rehfus im Immobilienklima-Bericht für März 2021.

Immobilienfinanzierung: Deutsche Hypo wird in Nord/LB integriert

Die Deutsche Hypothekenbank, rechtlich selbstständige Immobilienfinanzierungstochter der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB), wird voraussichtlich zum 1.7.2021 vollständig in den Mutterkonzern integriert werden. Die Marke "Deutsche Hypo" wird dabei nicht aufgegeben.

Im Zuge der Verschmelzung wolle man Synergieeffekte nutzen und Kosten sparen, teilten die Institute Ende 2020 mit. Die Vorstände Andreas Rehfus und Christian Veit werden den Immobilienfinanzierer laut Medienberichten in Folge der Integration Mitte 2021 verlassen.


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