Arbeitsschutz in der Corona... / 3.1.8 Weitere kontaktreduzierende Maßnahmen

Homeoffice

Dieser Begriff, der in der Corona-Krise massiv an Bedeutung gewonnen hat, wird in Abschn. 2.2 C-ASR wie folgt definiert:

"Homeoffice ist eine Form des mobilen Arbeitens. Sie ermöglicht es Beschäftigten, nach vorheriger Abstimmung mit dem Arbeitgeber zeitweilig im Privatbereich, zum Beispiel unter Nutzung tragbarer IT-Systeme (z. B. Notebooks) oder Datenträger, für den Arbeitgeber tätig zu sein."

Damit wird deutlich, dass es nicht primär um Telearbeit geht, die in § 2 Abs. 7 ArbStättV definiert ist und feste vertragliche Regeln sowie vom Arbeitgeber eingerichtete Telearbeitsplätze erfordert.

In der ersten Phase der Epidemie waren Homeoffice-Regelungen für viele Unternehmen eine besonders sichere Lösung und das Gebot der Stunde. Homeoffice ist immer noch eine empfohlene Maßnahme zur Kontaktreduktion, v. a. bei geringem Platzangebot im Betrieb und mehrfachbelegten Arbeitsräumen.

 
Wichtig

Homeoffice ist kein arbeitsschutzfreier Raum

Zum Homeoffice gehört eine menschengerechte Arbeitsorganisation (Arbeitszeit, Pausen, Verfügbarkeit) und eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung ebenso dazu wie am Präsenzarbeitsplatz. Der Arbeitgeber hat das entsprechend zu unterstützen und zu unterweisen. Insbesondere darf er nicht davon ausgehen, dass ein Arbeitnehmer in jedem Fall und aus eigenen Mitteln in der Lage sein muss, von zu Hause aus zu arbeiten. Wenn Homeoffice-Regelungen als kontaktreduzierende Maßnahmen eingesetzt werden sollen, steht es in der Verantwortung des Arbeitgebers, das angemessen umzusetzen – oder andere Maßnahmen zu treffen, wenn Homeoffice nicht möglich ist (Abschn. 4.2.4 C-ASR).

Dauer-Homeoffice muss aus Arbeitsschutzgesichtspunkten letztlich Telearbeit nach den Bestimmungen der ArbStättV werden.

Reduktion von Dienstreisen und Meetings

Dienstreisen und Meetings sollten nach Abschn. 4.2.5 C-ASR in Epidemiezeiten möglichst "auf das für die Erfüllung der Arbeitsaufgabe notwendige Maß begrenzt werden". Präsenzfreie Formate sind, abhängig von der epidemischen Lage, vor Ort zu prüfen. Mit ausreichendem Schutzabstand, Lüftungs- und Hygienemaßnahmen sind sie allerdings durchführbar, wobei wegen der strengen Lüftungsvorgaben schon mittelgroß besetzte Besprechungen in vielen Betrieben nur schwierig durchführbar sein dürften.

Zutrittskontrollen

Das Ansteckungsrisiko durch den Zutritt von betriebsfremden Personen soll durch die Nutzung von elektronischen Medien, Einsatz von Abtrennungen, Begrenzung der Zahl gleichzeitig anwesender Betriebsfremder und die Verwendung von MNS minimiert werden. Wenn Betriebsfremde nicht nur kurzzeitig anwesend sind, müssen sie über die Infektionsschutzmaßnahmen informiert werden. Betriebsfremde müssen die Möglichkeit haben, Handhygiene zu betreiben und Sanitäreinrichtungen zu nutzen (Abschn. 4.2.10 C-ASR).

Nach SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard soll die Anwesenheit von betriebsfremden Personen dokumentiert werden (mit Kontaktdaten und Kontaktpersonen).

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