Corona-Pandemie: Lohnsteuer... / 4.4 Abzugsfähigkeit der Aufwendungen für das Homeoffice

Grundsätzlich sind Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer nicht abzugsfähig. Ausnahmsweise ist der Abzug jedoch zulässig, wenn das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet. Diese Voraussetzung kann insbesondere bei Arbeitnehmern erfüllt sein, die über längere Zeiträume ganz oder überwiegend im Homeoffice arbeiten.

Befindet sich der Mittelpunkt der Tätigkeit außerhalb des häuslichen Arbeitszimmers, kommt höchstens ein Abzug bis zu 1.250 EUR in Betracht, wenn dem Arbeitnehmer – zumindest an den betroffenen Tagen kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.[1] Diese Voraussetzung ist während der Pandemie vermehrt zumindest zeitweise erfüllt, weil der Arbeitsplatz beim Arbeitgeber aus Gründen des Infektionsschutzes nicht zur Verfügung steht oder die Einrichtungen des Arbeitgebers (vorübergehend) geschlossen sind.

Der Höchstbetrag von 1.250 EUR ist auch bei nicht ganzjähriger Nutzung eines häuslichen Arbeitszimmers in voller Höhe zum Abzug zuzulassen. Die Grenze kann also z. B. auch mit den Kosten für nur 2 oder 3 Monate voll ausgeschöpft werden.

Die Frage der Abziehbarkeit und der Höhe der berücksichtigungsfähigen Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer kann endgültig erst im Rahmen der Einkommensteuer-Veranlagung geklärt werden.

Im Ergebnis wird aber nach den bisherigen Regelungen bei vielen Arbeitnehmern kein Kostenabzug für ein häusliches Arbeitszimmer möglich sein, auch weil in vielen Fällen kein geeignetes, (fast) ausschließlich beruflich genutztes und abgetrenntes Zimmer bereit steht.

Deshalb hat der Gesetzgeber eine "Homeoffice-Pauschale" von 5 EUR pro Tag (max. 600 EUR pro Jahr, entspricht 120 Arbeitstagen im Homeoffice) eingeführt.[2] Damit können "Homeoffice-Kosten" für bis zu 120 Arbeitstage pauschal in den Fällen abgezogen werden, in denen die gesetzlichen Tatbestandsvoraussetzungen für ein häusliches Arbeitszimmer nicht vorliegen und der Steuerpflichtige an diesen Tagen ausschließlich im Homeoffice gearbeitet hat. Die Regelung gilt zunächst befristet für die Jahre 2020 und 2021.

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