Kinderfreibetrag / 4 Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Alleinstehende Elternteile erhalten einen Entlastungsfreibetrag, der durch die Steuerklasse II im Lohnsteuerabzugsverfahren berücksichtigt wird.

Der Entlastungsbetrag für echte Alleinerziehende i. H. v. jährlich 4.008 EUR für das erste Kind sowie der Erhöhungsbetrag i. H. v. 240 EUR für jedes weitere Kind stellen allein auf die Haushaltszugehörigkeit des Kindes ab. Die Gewährung setzt voraus, dass die alleinstehende Person und das Kind in einer gemeinsamen Wohnung mit Hauptwohnsitz gemeldet sind, in der keine weitere erwachsene Person lebt, die sich an der Haushaltsführung beteiligt.

 
Wichtig

Erhöhungsbetrag für die Jahre 2020 und 2021

Durch das Zweite Corona-Steuerhilfegesetz wurde der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende durch einen zeitlich begrenzten Erhöhungsbetrag i. H. v. 2.100 EUR für die Jahre 2020 und 2021 auf insgesamt jeweils 4.008 EUR pauschal angehoben.[1] Der Erhöhungsbetrag für jedes weitere Kind[2] i. H. v. 240 EUR bleibt dagegen unverändert.[3]

Neuer Entlastungsbetrag ab 2022

Mit dem Jahressteuergesetz 2020 wurde der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende ab dem Jahr 2022 auf 4.008 EUR angehoben.[4] Der o. g. Erhöhungsbetrag i. H. v. 2.100 EUR entfällt – wie geplant – ab diesem Zeitpunkt. § 24b Abs. 2 Satz 3 EStG wurde daher durch das JStG 2020 mit Wirkung ab dem Veranlagungszeitraum 2022 gestrichen.

 
Achtung

Lebensgemeinschaft

Ist eine weitere erwachsene Person mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in der Wohnung des Steuerpflichtigen (Alleinerziehenden) gemeldet, spricht nach Auffassung der Finanzverwaltung eine widerlegbare Vermutung für das Vorliegen einer Haushaltsgemeinschaft des Steuerpflichtigen mit dieser erwachsenen Person. Ein gemeinsames Wirtschaften kann sowohl darin bestehen, dass die andere volljährige Person zu den Kosten des gemeinsamen Haushalts beiträgt als auch in einer Entlastung durch tatsächliche Hilfe und Zusammenarbeit.[5]

Erstmaliges Entstehen oder Wegfall der Voraussetzungen

Weil die Voraussetzungen für die Berücksichtigung des Entlastungsbetrags im Laufe des Kalenderjahres erstmals vorliegen oder wegfallen können, ist der Entlastungsbetrag ggf. nur zeitanteilig anzusetzen. Er ermäßigt sich für jeden vollen Kalendermonat, in dem die Voraussetzungen nicht vorgelegen haben, um 1/12 (334 EUR [2019: 159 EUR] für das erste Kind bzw. 20 EUR für jedes weitere Kind).

Entfallen die Voraussetzungen, ist der Arbeitnehmer verpflichtet, die erforderliche Änderung der Lohnsteuerklasse durch das Finanzamt zu veranlassen. Kommt er dieser Verpflichtung nicht nach, kann sich eine Lohnsteuernachforderung oder, wenn die Änderung der Verhältnisse erst im Veranlagungsverfahren bekannt wird, eine Einkommensteuernachforderung ergeben.

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