Transformationale Führung

Zusammenfassung

 
Überblick

Die sich stetig verändernden Anforderungen an Unternehmen und die immer schnelllebigere globalisierte Welt erfordern eine große Flexibilität und Dynamik von Unternehmen und ihren Führungskräfte. Nicht zuletzt durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie ist den meisten klar: viele alte Führungskonzepte stehen zur Zeit vor einer Zerreisprobe und nicht alle werden bestehen.

Dieser Beitrag stellt einen neuen und modernen Führungsstil vor, der von sich verspricht, Unternehmen nicht nur krisensicherer sondern auch erfolgreicher zu machen, indem Fokus auf die durch die Führung bewirkte Mitarbeitermotivation gelegt wird. Viele Studien belegen die positiven Auswirkungen des transformationalen Führungsstils.

Was die Transformationale Führung von anderen modernen Führungsstilen unterscheidet, welche Chancen und Gefahren er birgt und welche Kompetenzen Sie als transformationale Führungskraft mitbringen müssen, erfahren Sie hier.

1 Realitätscheck

"Corona zwingt dich quasi zu Mut". (Beat Sigrist Head of Group Human Resources, Franke Group)

2021: Ein bislang sehr besonderes Jahr. Seit Mitte März 2020 beschäftigt das Thema Corona die Gesellschaft. Jeder Einzelne ist gleich in mehrfacher Form davon betroffen. Man kann von einer einschneidenden Krise sprechen. Ein Merkmal der Krise ist, dass das Leben in ein Vorher und Nachher eingeteilt wird. Und ich schätze, dass wir über diesen massiven Bruch, der die ganze Welt ereilt hat, noch in vielen Jahren kommunizieren werden.

Krise bedeutet aber auch Chance. Die Chance Altbewährtes infrage zu stellen, sich neuen Herausforderungen zu stellen und letztendlich gestärkt aus dieser Krise hervor zu gehen. Bereits 2016 hat Peter Finckler, Leadershipexperte, in seinem Buch Transformationale Führung folgendes zitiert:

"Wir leben in einer unplanbaren und ständig komplexer werdenden Welt. Prognosen werden immer unzuverlässiger. Und mit steigender Dynamik und Komplexität nimmt die Vorhersehbarkeit weiter ab. Unternehmen mit einer hierarchisch arbeitsteiligen Organisation funktionieren in planbaren Umgebungen ausgezeichnet. Stellen und Prozessbeschreibungen erlauben nutzbringendes Arbeiten. Bereiche, Abteilungen und Teams sind klar beschrieben. "

"Wie aber müssen Organisationen arbeiten, die in einem stark dynamischen Umfeld erfolgreich sein wollen oder komplexen Bedingungen ausgesetzt sind?"

Die derzeitige Krise und der Wandel unserer Zeit zwingen uns zur Notwendigkeit bestehende Konzepte der Führung infrage zu stellen, und uns mit möglichen Veränderungen im Führungsbereich zu beschäftigen. Führen in Zeiten von Corona und auch danach wird eine Herausforderung sein. Die veränderten Arbeitsbedingungen, zum Beispiel die Zunahme von Homeoffice, einer höheren digitalen Kommunikationsdichte, einer immer stärkeren Belastung physischer und psychischer Art, eine ungewisse Zukunft und der Wunsch der jungen Generation nach einem modernen Führungsstil, lässt sich durch alte Führungskulturen kaum noch umsetzen.

In diesem Beitrag geht es um die transformationalen Führung. Vielfältige Forschungen belegen zahlreiche positive Effekte dieses modernen Führungsstils.

2 Transformationale Führung: Historie

Im letzten Jahrhundert wurden unterschiedliche Führungstheorien erforscht und in Unternehmen implementiert. Die eigenschaftsorientierte Führungstheorie sah die Ursache für eine erfolgreiche Führung in den persönlichen Eigenschaften einer Führungskraft. Der Führende, mit klar definierten Führungseigenschaften ausgestattet, wirkte mit seiner Persönlichkeit. Und die Geführten folgten ihm.

Verhaltensorientierte Theorien richteten den Blick eher auf das Verhalten von Führungskräften und untersuchten, welches Verhalten zu welchem Führungsergebnis führt. Situative Theorien erforschten den Führungserfolg in unterschiedlichen Kontexten.

Erst seit Beginn dieses Jahrhunderts rückt die so genannte moderne Führungsforschung in den Vordergrund. Bei dieser modernen Form der Führung steht die Transformation im Mittelpunkt. Transformation in diesem Sinne meint, dass die zu Führenden dazu ermuntert werden, zu begeisterten Mitwirkenden für den Unternehmenserfolg zu werden. D.h. der Blick wird erweitert, nicht nur die Führungskraft steht im Fokus der Forschung, sondern auch das Verhalten der Geführten, als Reaktion auf die Führungskraft.

Die Theorie der transformationalen Führung wurde von Forschern untersucht[1]. Es ist quasi eine Abgrenzung, beziehungsweise eine Weiterentwicklung der transaktionalen Führung. In der transaktionalen Führung geht es um einen Austausch zwischen der Arbeitskraft und der Entlohnung durch den Arbeitgeber. Klassische Werkzeuge dieses konventionellen Führungsverhaltens sind: Ziele definieren, Mitarbeiter optimal informieren, Aufgaben delegieren, Mitarbeiter qualifizieren, Wege und Zielerreichung kontrollieren, Feedback zum Prozessergebnis geben und die Zusammenarbeit im Team steuern.

Die transformationale Führungstheorie eröffnet erweiternd ein weiteres Feld. Hierbei geht es um das Thema Zukunftsvision und das Vorleben moralischer Werte durch inspirierende Leader....

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