Best-Recruiters-Studie: Persönlicher Kontakt wird wichtiger

Die Recruiting-Qualität deutscher Arbeitgeber bleibt trotz Homeoffice und zunehmender Digitalisierung der Prozesse auf hohem Niveau. Wie die Best-Recruiters-Studie herausgefunden hat, haben viele Unternehmen die Usability ihrer Stellenanzeigen verbessert und die Bewerberkommunikation beschleunigt.

Für die Best-Recruiters-Studie 2020/21 der Career Institut & Verlag GmbH wurde die Recruiting-Leistung von 409 Arbeitgebern in Deutschland anhand von mehr als 230 fundierten Kriterien untersucht. Von insgesamt 100 möglichen Punkten erreichten diese durchschnittlich 56. Im Vorjahr, der Best-Recruiters-Studie 2019/20, waren es 57 Punkte. Das heißt: Auch in der Coronapandemie entstanden kaum qualitative Einbußen. Der Fokus in den einzelnen Erhebungsbereichen hat sich jedoch etwas verschoben.

Best-Recruiters-Studie: Persönliche Kommunikation wird wichtiger

An jeden der untersuchten Arbeitgeber wurde eine E-Mail-Anfrage verschickt, worin sich ein Interessent nach längerfristigem Teleworking erkundigte. Knapp die Hälfte (47 Prozent) meldete sich innerhalb von spätestens drei Werktagen. 86 Prozent der HR-Verantwortlichen beantworteten die Frage konkret und transparent. Im vergangenen Erhebungsjahr betrug die Rücklaufquote innerhalb von drei Werktagen noch 33 Prozent. Diese Steigerung zeigt: In Zeiten von Social Distancing legen Arbeitgeber mehr Wert auf persönliche (wenn auch nur virtuelle) Kommunikation.

Die Stellenanzeige bietet mehr Nutzerfreundlichkeit

Eine Stellenanzeige erfüllt dann ihren Zweck, wenn Jobsuchende schnell und einfach alle für sie relevanten Informationen finden. Insgesamt wurde in der Kategorie "Usability der Stellenanzeige" 61 Prozent der Punkte erreicht. In der Studie von 2019/20 lag der Wert noch bei 44 Prozent (siehe hierzu auch die Abbildung). Der Zuwachs um 17 Prozentpunkte macht deutlich, dass Arbeitgeber im Wettbewerb um Talente erkannt haben, dass Informationen auf den Punkt gebracht und nutzerfreundlich aufbereitet werden müssen. So bieten immer mehr Unternehmen eine Verlinkung auf weiterführende Informationen an (35 Prozent im Vergleich zu 21 Prozent im Vorjahr).

Best-Recruiters-Studie 2020_21: Kategorien im Vergleich zum Vorjahr

Bei den Inhalten der Online-Stellenanzeigen haben die Unternehmen allerdings Punkte im Vergleich eingebüßt. Auch die Karrierewebseiten wurden in der Studie von 2019/20 deutlich besser bewertet als im aktuellen Jahr. Das mag daran liegen, dass einige Unternehmen sich an dieser Stelle mit Informationen zur Arbeitsgestaltung zurückhalten. Für die Analyse der Karriereseiten wurden neue Kriterien eingefügt, die beispielsweise die Arbeit im Homeoffice und Remote Work betreffen.

Unternehmen kommunizieren Arbeitsmodelle zu wenig nach außen

In der Studie von 2020/21 wurde erstmals der neue Index "Krisenfestigkeit" eingeführt. Ein zentraler Aspekt dieses Index bezieht sich auf die Arbeitsgestaltung, die die Unternehmen nach außen kommunizieren und auf die Frage, inwieweit diese den heutigen Anforderungen von Stellensuchenden entsprechen. Laut der Untersuchung erwähnen 23 Prozent der Unternehmen Gleitzeitmodelle auf ihrer Karriereseite und 14 Prozent thematisieren Vertrauensarbeitszeit.

Gut vier von zehn Arbeitgebern (44 Prozent) gehen außerdem auf das Thema Homeoffice beziehungsweise Remote Work ein. Das ist ein Wert, bei dem es definitiv noch Verbesserungspotenzial gibt. Bietet ein Unternehmen diese Möglichkeit an, sollte es das auch auf der Karriereseite oder in den Stellenanzeigen thematisieren.

Candidate Journey ist vollständig mobil optimiert

Beim Thema Mobile Recruiting sind die deutschen Arbeitgeber auf einem guten Weg: 84 Prozent der untersuchten Firmen bieten eine vollständig mobil optimierte Candidate Journey. In der Erhebung zuvor war das erst bei 73 Prozent der Unternehmen der Fall.

Auch in den sozialen Medien sind die Unternehmen aktiver geworden: Die Arbeitgeber nutzen durchschnittlich 4,9 Social-Media-Plattformen für das Recruiting und Employer Branding. Am häufigsten sind Linkedin und Xing (jeweils 90 Prozent) im Einsatz. Beide Business-Netzwerke haben 2021 Anteile dazugewonnen. Auf Kununu sind mittlerweile sieben von zehn Arbeitgebern aktiv (71 Prozent). Wenig relevant im Recruiting-Kontext der Unternehmen sind Twitter (25 Prozent), Instagram (42 Prozent) und Glassdoor (43 Prozent), obwohl auch diese Kanäle Zugewinne verzeichnen.

Altana führt die Liste der "besten Recruiter" an

Beim Ranking der untersuchten Unternehmen erreicht das Chemieunternehmen Altana im Jahr 2021 zum zweiten Mal in Folge den ersten Platz. Auf die neuen Herausforderungen im Recruiting reagierte das Unternehmen vor allem mit Flexibilität, anstatt auf eingefahrene Strukturen zu setzen. Auf den weiteren Rängen als "beste Recruiter" folgen Randstad Deutschland (Platz zwei), Otto (Platz drei) Deloitte (Platz vier), General Logistics Systems Germany (Platz fünf), Fresenius (Platz sechs), die Wieland-Werke (Platz sieben), das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (Platz acht), Mahle (Platz neun) und Bechtle (Platz zehn).


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