MMB Learning Delphi 2021: E-Learning im Homeoffice

Anbieter digitalen Lernens profitieren von der Coronapandemie, so das Ergebnis der 15. Trendstudie "MMB Learning Delphi". Bewährte E-Learning-Formate sind erste Wahl im Homeoffice und internationale Online-Anbieter können ihren Marktanteil weiter ausbauen. Auch Kollaborationstools werden demnach verstärkt für das digitale Lernen genutzt.

Mit welchen digitalen Lernformaten werden Mitarbeiter in Unternehmen in den nächsten drei Jahren lernen? Was bedeuten diese Entwicklungen für die E-Learning-Branche? Welche Themen und Inhalte werden das betriebliche E-Learning in den nächsten Jahren bestimmen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Trendstudie "Learning Delphi", die nun zum 15. Mal erschienen ist. Das MMB-Institut in Essen hat dafür im Herbst 2020 61 Expertinnen und Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Neu waren Fragen zur wirtschaftlichen Situation von Unternehmen im digitalen Bildungsmarkt sowie zur Form der Bereitstellung von Lerninhalten.

E-Learning-Anbieter kommen gut durch die Pandemie

Insgesamt betrachtet entwickelt sich demnach das Geschäftsklima insbesondere für traditionelle E-Learning-Anbieter, Ed-Tech-Startups und internationale Bildungsplattformen positiv. Gleichzeitig bestimmen, bis auf eine Ausnahme, bewährte digitale Lernformen die Liste mit den für Unternehmen bedeutenden E-Learning-Anwendungen.

Blended Learning und Webinare liegen 2020 vorne

Blended Learning, im vergangenen Jahr auf Platz drei, findet sich 2021 ganz vorne auf der Liste, virtuelle Klassenräume/Webinare sind von Platz fünf auf zwei aufgestiegen. Wenn das Präsenzseminar nicht stattfinden kann, wechselt man in den virtuellen Klassenraum, lautet eine Begründung. Auch beim Blended Learning übernehmen Webinare den Präsenzanteil. Mehr und mehr werden Webinare außerdem kostenpflichtig angeboten, indem sie Präsenzschulungen ersetzen.

Videos/Erklärfilme, 2019 noch an erster Stelle, nehmen jetzt den dritten Platz ein.  Erstmalig aufgenommen hatten die Autoren der Umfrage das Online-Coaching. Diese Lernform schaffte es auf Anhieb auf Platz fünf der Liste und wurde von 85 Prozent der Befragten als sehr wichtig angegeben.

Kollaborationstools etablieren sich im digitalen Lernen

Eine besondere Bedeutung für das digitale Lernen in den nächsten Jahren spielen demnach auch Kollaborationstools wie MS Teams oder Slack, die im Homeoffice zur wichtigsten Verbindung für Kollegen und Arbeitgeber geworden sind. Darauf reagieren Anbieter bereits, wie die jüngste Ankündigung von Microsoft zur Integration von Viva Learning für Teams zeigt. Auch erste große E-Learning-Anbieter haben reagiert und werden ihre Lerninhalte und Anwendungen in das neue Produkt integrieren. Lernmanagementsystemen erwächst in Kollaborationstools eine neue Konkurrenz. Diesen Tools wird auch zugetraut, einen breiteren, bereichs- und fachübergreifenden Austausch beim Lernen zu unterstützen.

Soft Skills bleiben neben Compliance wichtige Lerninhalte

Wenig Veränderungen gab es bei den Themen und Inhalten digitalen Lernens. Während Anwenderschulungen und Compliance nach wie vor als sehr wichtig angesehen werden, holen insbesondere Soft Skills auf. Die unter  "21 Century Skills" zusammengefassten Kompetenzen Critical thinking, Creativity, Collaboration und Communication erreichen erstmals den gleichen Wert wie Datenschutz und werden als wichtig bezeichnet.

KI im E-Learning: Wenig Änderungen

Zwar lautet die Aussage, dass künstliche Intelligenz im digitalen Lernen immer wichtiger wird. Die Anwendungen, in denen diese in den nächsten drei Jahren zum Tragen kommt, bleiben laut Expertenmeinung jedoch die altbekannten: Demnach geht es hauptsächlich um Intelligente Empfehlungssysteme, Adaptive Learning und Learning Analytics.

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