Ranking der Financial Times zum Online-MBA

Der Großteil der Absolventinnen und Absolventen ist rückblickend zufrieden mit dem besuchten Online-MBA-Programm. Die Alumni sehen jedoch auch noch Potenzial beim Netzwerken und der Interaktion mit ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen. Zu diesem Ergebnis kommt die Financial Times, in deren Online-MBA-Ranking auch 2021 die Warwick Business School den ersten Platz belegt.

Eine Präsenzlehre beim Master of Business Administration war seit Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 größtenteils nicht möglich. Die Business Schools reagierten, indem sie bestehende MBA-Programme um virtuelle Angebote erweiterten oder gar neue Online-Kurse schufen. Dass die Qualität der Online-Programme bereits vor der Pandemie hoch war, bestätigen Online-MBA-Absolventinnen und -Absolventen aus dem Jahr 2017. Ihre Angaben waren Grundlage für das "Online MBA Ranking 2021" des Wirtschaftsmagazins Financial Times.

Ranking der Financial Times: Vor- und Nachteile eines Online-MBAs

In einem Fragebogen, der insgesamt 65 Prozent der Business-School-Bewertung für das Ranking ausmacht, fragte die Financial Times die Alumni von 2017, wie gut die Wirtschaftshochschulen in ihren jeweiligen Online-Programmen Wissen vermitteln. Das Ergebnis fiel positiv aus: Rund 80 Prozent der ehemaligen Studierenden bescheinigten ihren Business Schools, dass diese die Inhalte virtuell erfolgreich vermittelten. Auch mit der Durchführung der Online-Klausuren waren rund zwei Drittel der Alumni sehr zufrieden.

Verbesserungspotenzial sehen die Absolventinnen und Absolventen bei der Teamarbeit und Interaktion mit ihren Studienkolleginnen und -kollegen. Doch selbst hier vergab über die Hälfte der ehemaligen Studierenden - auf einer Skala von ein bis zehn - Bestwerte von neun oder zehn. Im Vergleich zum MBA mit Präsenzveranstaltungen, schneiden die Online-MBA-Programme beim Netzwerken jedoch schlechter ab.

Berufliche Aufstiegschancen bei Blended-MBA-Programmen größer

Bemerkenswert ist der Befragung zufolge außerdem, dass sich der Großteil der Studierenden dafür entscheidet, ausschließlich online zu studieren. 71 Prozent der Alumni, die den Fragebogen der Financial Times beantworteten, gaben dies an. 29 Prozent studierten teilweise online und teilweise vor Ort, also waren in sogenannten "Blended-Programmen" eingeschrieben. Dies steht im Widerspruch dazu, dass die Absolventinnen und Absolventen von gemischten MBA-Programmen vier Jahre nach ihrem Abschluss deutlich öfter von beruflichen Aufstiegen berichteten: 24 Prozent der Alumni, die teilweise online und teilweise vor Ort studierten, berichteten von großen Karrieresprüngen, verglichen mit nur 17 Prozent der Absolventinnen und Absolventen von reinen Online-Programmen.

Ranking der Financial Times zu Online-MBAs: Warwick erneut top

Im "Online MBA Ranking 2021" der Financial Times belegt die Warwick Business School den ersten Platz. Zum vierten Mal in Folge führt die Business School aus Großbritannien die jährlich erscheinende Rangliste an. Gelistet sind die 15 Hochschulen, die die besten Online-Programme für MBA-Studierende anbieten.

Neben Warwick sind drei weitere Schulen aus Großbritannien in der Rangliste vertreten, außerdem acht Schulen aus den USA sowie jeweils eine Business School aus Spanien, Italien und Australien. Auf Rang zwei landet das Online-MBA-Programm der IE Business School mit Hauptsitz in Madrid, vor der Imperial College Business School, die neu im Ranking vertreten ist.

PlatzBusiness SchoolVeränderung zu 2020
1Warwick Business School (UK)0
2IE Business School (Spanien)0
3Imperial College Business School (UK)neu im Ranking
4University of North Carolina: Kenan-Flagler (USA)0
5Indiana University: Kelley (USA)0
6University of Florida: Warrington (USA)0
7Durham University Business School (UK)0
8Politecnico di Milano School of Management (Italien)+1
9University of Maryland: Smith (USA)neu im Ranking
10AGSM at UNSW Business School (Australien)neu im Ranking
11University of Bradford School of Management (UK)-1
12Babson College: Olin (USA)neu im Ranking
13University of Utah: David Eccles (USA)neu im Ranking
14University of Nebraska-Lincoln (USA)neu im Ranking
15Arizona State University: Carey (USA)neu im Ranking

Nach © The Financial Times Ltd 2021

Gehalt und Gehaltssteigerung geben den Ausschlag

Ausschlaggebend dafür, dass das Online-Programm "Warwick MBA by Distance Learning" erneut auf Platz eins landet, ist das Durchschnittsgehalt, das Absolventinnen und Absolventen nach Abschluss ihres Online-MBAs erhalten. Drei Jahre nach Zeugnisvergabe verdienen Warwick-Alumni durchschnittlich rund 208.000 US-Dollar jährlich. Das entspricht einem Lohnzuwachs von 35 Prozent über 36 Monate. Ebenfalls vorne liegt die britische Business School mit Sitz in Coventry bei den beruflichen Aufstiegschancen. Die spanische IE Business School hat mit 92 Prozent den höchsten Anteil internationaler Studierender und mit 46 Prozent den höchsten Frauenanteil unter den Studierenden. Von allen Kriterien des Online-MBA-Rankings der Financial Times machen die Höhe des Gehalts und die Gehaltssteigerung mit zusammen 30 Prozent den Großteil der Bewertung aus.

Geringer Anteil internationaler Studierender an US-Schulen

Obwohl sie ein ortsunabhängiges Studium ermöglichen, zogen bis zur Datenabgabe der Studie, die am 21. März 2021 erschien, Online-MBAs keineswegs automatisch mehr internationale Studierende an als Vollzeit-MBAs. An den acht im Ranking aufgeführten Business Schools aus den USA stammen lediglich zwischen einem (University of Utah) und 17 Prozent (Kelley) der Studierenden aus dem Ausland. Bei den europäischen Online-MBA-Programmen, die im Ranking vertreten sind, sieht es grundlegend anders aus: Hier liegt der Anteil durchschnittlich bei rund 70 Prozent.


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