Modernisierung des Körperschaftsteuerrechts (KöMoG): Überblick

Der Gesetzgeber will die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Familienunternehmen in der Rechtsform einer KG oder OHG verbessern. Dies soll durch die Einführung einer Optionsmöglichkeit zur Körperschaftsteuer erreicht werden. Doch das Gesetzentwurf enthält auch noch weitere Änderungen im Bereich der Besteuerung von Gesellschaften.

Auf Anregung des Bundesrats kam es im Finanzausschuss des Bundestags noch zu einigen Änderungen KöMoG gegenüber dem Gesetzentwurf der Bundesregierung v. 24.3.2021, welche der Bundestag am 21.5.2021 beschlossen hat. Der Bundestag hat das Gesetz am 21.5.2021 beschlossen. Der Bundesrat hat ihm am 25.6.2021 zugestimmt.

KöMoG: Kern der geplanten Änderungen

Nach dem Gesetz sollen alle Personenhandelsgesellschaften und Partnerschaftsgesellschaften ab dem VZ 2022 beantragen können, künftig wie eine Körperschaft besteuert zu werden, § 1a KStG-E. Darauf wird im Detail in Teil 2 dieses Top-Themas eingegangen. Unverändert wird die zivilrechtliche Haftung der Gesellschafter für die geschuldete Körperschaft- und Gewerbesteuer bleiben. Zusätzlich ist auch ein Rückweg vorgesehen – die Rückoption zur Besteuerung als Personengesellschaft.

Die Details hierzu und noch weitere Änderungen (Teil 3 dieses Top-Themas) im Bereich der

  • Gewinnminderung für Währungskursschwankungen,
  • den organschaftlichen Ausgleichsposten und
  • einem internationaleren Umwandlungssteuerrecht

werden nachfolgend im Detail erläutert.

Bereits jetzt lässt sich sagen, dass der Beratungsaufwand in den Steuerabteilungen bzw. bei den betreuenden Steuerberatern hoch sein wird. Nicht nur die unmittelbaren, sondern gerade auch die mittelbaren Folgewirkungen auf Ebene der Gesellschafter machen eine intensive Befassung mit den Änderungen durch das KöMoG und vor einer Option einen ausreichend großen zeitlichen Vorlauf erforderlich.

Langjährige Forderung

Seit vielen Jahren wird gefordert, die reichlich komplexe Thesaurierungsbegünstigung in § 34a EStG zu vereinfachen und zu verbessern. Der Gesetzgeber geht nun offenbar einen anderen Weg. Bereits Anfang März 2020 war aus dem Koalitionsausschuss zu vernehmen, dass ein sog. Optionsmodell eingeführt werden soll. Nach gut einem Jahr lag der Entwurf eines Gesetzes zur Modernisierung des Körperschaftsteuerrechts (KöMoG) vor. Anstatt die Steuerbegünstigung bei einer Gewinnthesaurierung zu verbessern, sollen bestimmte Personengesellschaften nun alternativ die Möglichkeit erhalten, sich wie eine Körperschaft besteuern zu lassen.

Die Bundesländer hatten über den Bundesrat angeregt, dass die Gesetzesänderung erst ein Jahr später erfolgen solle. Damit hätten die Steuerverwaltungen mehr Zeit den erheblichen organisatorischen Aufwand zu planen und umzusetzen. Dieser Antrag hat keinen Eingang in das beschlossene Gesetz gefunden.

Langjährige Forderung

Das Gesetz soll planmäßig am 1.1.2022 in Kraft treten.

Teil 2: Option zur Körperschaftsteuer

Teil 3: Weitere Änderungen